30.04.2020

Hamburgs Krankenhäuser halten zusammen: Externe Ärzte und Pflegekräfte unterstützen die UKE-Intensivmedizin


Hamburgs Krankenhäuser halten während der Pandemie zusammen: 18 Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger aus der Facharztklinik Hamburg, der Helios Endo-Klinik, der Klinik Fleetinsel und weiteren Einrichtungen sowie zwei Ärztinnen haben im April im UKE gearbeitet, um die Klinik für Intensivmedizin bei der Versorgung von COVID-19-Patientinnen und Patienten zu unterstützen. Auch für die Zukunft hat sich ärztliches und pflegerisches Personal anderer Häuser angekündigt, bei der Bewältigung der Aufgaben in der Intensivmedizin des UKE zu helfen.

„Für mich war es keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit“, sagt Dana Möller (31), die in der Helios Endo-Klinik Patientinnen und Patienten im Intensivbereich und Aufwachraum betreut. „Ende März wurde bei uns im Haus wie in allen Krankenhäusern in Deutschland das Programm mit geplanten Operationen deutlich heruntergefahren. Als die Anfrage aus dem UKE kam, habe ich nach Rücksprache mit unserer Leitung sofort zugesagt. In so einer Zeit wollte ich unbedingt helfen und mich der Herausforderung stellen.“

Ähnlich ging es ihrem Kollegen Steffen Lamprecht (36), der sich vor seiner Zusage mit seiner Partnerin besprochen hat. „Wir haben zwei kleine Kinder zu Hause, da überlegt man schon, ob und wie gefährlich die Arbeit mit den Corona-infizierten Patienten auch für die Familie ist. Letztlich war die Entscheidung dann aber schnell klar.“

Das UKE bereitet sich seit Monaten auf die Versorgung von COVID-19-Patienten vor. Insbesondere der personelle Bedarf in der Intensivpflege war und ist groß. „Mitte März haben wir dann sowohl im Haus angefragt, ob Kolleginnen und Kollegen mit Intensiverfahrung aus anderen Kliniken und Bereichen aushelfen können, als auch externe Hamburger Krankenhäuser angeschrieben und um Unterstützung gebeten“, erläutert Birgit Alpers, Stellvertretende Direktorin für Patienten- und Pflegemanagement. „Die Organisation war ein tolles Beispiel für die interprofessionelle Zusammenarbeit im UKE, in der zum Beispiel die Strategische Unternehmensentwicklung gemeinsam mit dem Geschäftsbereich Recht die Administration und Vertragserstellung umgesetzt hat.“

Die Resonanz war groß: Innerhalb des UKE haben sich 87 Kolleginnen und Kollegen gemeldet, die früher auf der Intensivstation gearbeitet haben und heute in anderen Bereichen tätig sind. Von außerhalb sind 18 examinierte Pflegekräfte ans UKE gekommen; neben den genannten Kliniken auch eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Hamburg, die früher auf einer Intensivstation gearbeitet hat. Alle „Neuen“ wurden für die besonderen Herausforderungen intensiv geschult und erhielten auch auf Station alle Unterstützung: „Die Praxisanleiter haben sich regelmäßig erkundigt, ob wir klarkommen, und die Kolleginnen und Kollegen konnten wir jederzeit fragen – das war wirklich toll“, erzählt Dana Möller.

Sie und ihr Kollege Steffen Lamprecht werden ab Mai wieder in der Endo-Klinik arbeiten. Für Lamprecht hat sich der Einsatz im UKE gelohnt: „Die Versorgung der COVID-19-Patienten in voller Schutzausrüstung war schwer, anstrengend und mit großer Verantwortung verknüpft. Gleichwohl würde ich es wieder machen, ich habe für mich persönlich und beruflich viele neue Erfahrungen gesammelt.“

Aktuell unterstützen auch zwei Ärztinnen aus der Facharztklinik die Patientenversorgung in der Klinik für Intensivmedizin. „In den vergangenen Wochen haben 25 Ärztinnen und Ärzte anderer Kliniken jeweils zwei Tage bei uns hospitiert und an diversen Schulungen teilgenommen. Wenn es die Situation erfordert, stehen zahlreiche externe Kolleginnen und Kollegen auf Abruf bereit, uns zu unterstützen“, erläutert Dr. Stephanie Siedler, Corona-Koordinatorin der Klinik für Intensivmedizin.

Auch das Fazit der pflegerischen Stationsleitungen aus der COVID-19-Planungsgruppe der Klinik für Intensivmedizin rund um den pflegerischen Zentrumsleiter Frank Sieberns ist ausgesprochen positiv: „Wir sind für die interne und externe Unterstützung sehr dankbar und haben uns sehr darüber gefreut, wie schnell sich die Hamburger Kliniken in der aktuellen Pandemie gegenseitig unterstützen.“


Wie Dana Möller und Steffen Lamprecht ihre Zeit im UKE erlebt haben, lesen Sie im Corona-Spezial unseres Magazins UKE Life .